Dr. Carsten Markfort, Vorsitzender des Vorstandes der MCO-Stiftung.
Dr. Carsten Markfort
Patrons der ersten Stunde
2008 wurde die MCO-Stiftung gegründet. ON TOUR sprach mit dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes, Dr. Carsten Markfort, über Pläne, Projekte und Patrons.
Die MCO-Stiftung gibt es seit Frühjahr 2008. Was sind Ihre Ziele und was waren die ersten Projekte, die angegangen wurden? Dr. Carsten Markfort: Das Ziel unserer Stiftungsarbeit ist es, das MCO mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern. Das betrifft zum Beispiel besondere Projekte des Orchesters, die nur schwer zu finanzieren sind. Uns liegt sehr viel an der Nachwuchsarbeit – in jeder Form. Und wir wollen den Musikern Instrumente zur Verfügung stellen, die ihrem musikalischen Können entsprechen. Es gibt eine ganze Menge konkrete Ideen und Projekte.
Zu Beginn haben wir uns aber zunächst Gedanken über ein strategisch sinnvolles und finanziell erfolgreiches Vorgehen gemacht, um die Stiftung auf den richtigen Weg zu bringen. Dank der großzügigen Spenden, die auf Initiative der Familie Berger zusammenkamen, haben wir eine gute Ausgangsbasis. Um das MCO nachhaltig unterstützen zu können, bedarf es jedoch noch einiger Anstrengungen. Die Stiftung ist eine operativ tätige Einrichtung, die ihre finanziellen Fördermittel erst noch einwerben muss. Wir haben Menschen angesprochen, von denen wir glauben, dass sie die Arbeit der Stiftung fördern möchten, weil sie – ebenso wie wir – von der Zukunft der klassischen Musik und des MCO überzeugt sind. In Kürze erscheint unsere Broschüre, mit der wir das Orchester und die Stiftung präsentieren.
Die Stiftung möchte unter anderem den Circle of Patrons ins Leben rufen. Wie soll dieser aussehen, wen möchten Sie dafür gewinnen? Dr.Carsten Markfort: Wir wollen ein Netz an Partnern für das MCO knüpfen. Wir wünschen uns Unterstützer, die klassische Musik genauso lieben wie wir. Wir sprechen aber auch Menschen an, die sich mit der Klasse, der Lebendigkeit, den Ansprüchen der Musiker identifizieren. Menschen, die beruflich oder privat viel reisen, haben die Gelegenheit, ihr Orchester überall auf der Welt zu erleben. Wir wünschen uns an jedem Ort Freunde, die das Orchester empfangen.
Die örtliche Ungebundenheit des Orchesters und die hochkarätigen Auftritte bei den wichtigen Festivals, aber auch an entdeckenswürdigen neuen Spielstätten sind eine wunderbare Kombination. Welches ähnlich hochqualifizierte Orchester ist so viel in der Welt unterwegs? In gewisser Weise spiegelt das Ensemble damit auch die Arbeitsweise vieler unserer potentiellen Patrons wider. Das MCO ist dort, wo auch seine Patrons sind – und umgekehrt. Wie kann ein Patron vom MCO profitieren? Dr.Carsten Markfort: Das MCO aus nächster Nähe erleben zu dürfen, ist jedes Mal ein unglaublich beeindruckendes Erlebnis. Ich habe noch kein Konzert gehört, bei dem man nicht die Begeisterung der Musiker spürte und in dem sie nicht den Zuhörern ihre Deutung eines Werkes perfekt und sehr eindrücklich vermittelt hätten. Ich glaube, jeder Förderer wünscht sich vor allem solche Eindrücke und damit die Gewissheit, einen phantastischen Klangkörper zu unterstützen.
Wir wollen den Patrons außerdem die Gelegenheit geben, Musiker des Orchesters zu besonderen Anlässen einzuladen. Das kann Kammermusik zum Geburtstagsfest oder das ganze Orchester zum Firmenjubiläum sein. Wir sind offen für die Wünsche unserer Patrons. Mit Probenbesuchen oder gemeinsamen Feiern nach dem Konzert soll auch der persönliche Kontakt zu den Musikern ermöglicht werden. Schließlich sollen sich die Patrons auch untereinander näher kennenlernen und Freundschaften oder Geschäftskontakte knüpfen.
Was dürfen die Patrons dafür tun? Dr.Carsten Markfort: Die MCO-Stiftung hat – wie jede Stiftung – das Ziel, finanzielle Mittel für besondere Zwecke und Aktivitäten bereitzustellen. Viele Stiftungen nehmen diese Mittel aus den Erträgen des bereits vorhandenen Vermögens. Wir sind noch nicht so weit. Wir benötigen kontinuierliche Unterstützung, um unsere Ziele verwirklichen zu können. Ein guter Patron darf alles, was sein Portemonnaie ihm erlaubt. Ein regelmäßiger jährlicher Beitrag ermöglicht uns eine langfristige Planung. Wir freuen uns aber auch über seine Gesellschaft, seine Initiative, seine Begeisterung für dieses in jeder Weise besondere Orchester!
Wie schätzen Sie persönlich die Bereitschaft zu privatem Mäzenatentum ein, speziell in Zeiten der großen Finanzkrise? Dr.Carsten Markfort: Mäzenatentum oder bürgerliches Engagement beruhen nur zum Teil auf Finanzkraft. Viel wichtiger sind das Bedürfnis und der Wille des Förderers, eine Sache zu unterstützen, die er schätzt und deren Sinn und Notwendigkeit er erkannt hat. Mag sein, dass in Zeiten geschrumpfter Aktienportfolios die Förderkraft in Zahlen sinkt. Die Bereitschaft, eine gute Sache zu unterstützen, ist davon nicht abhängig.
Sie sind seit vielen Jahren als Rechtsberater für das MCO tätig, besuchen regelmäßig Konzerte. Jetzt sind Sie Vorstandsvorsitzender der MCO-Stiftung – auch eine Art Patronat? Dr. Carsten Markfort: Neben Zuhörern und Applaus braucht ein Orchester – insbesondere eines, das ohne jegliche staatliche Subventionen auskommen muss – ideelle und finanzielle Unterstützung. Darum will ich mich, gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen, in diesem Ehrenamt kümmern. Insofern sehen wir uns als die Patrons der ersten Stunde.