Mahler Chamber Orchestra begleitete EU-Konferenz „Kunst und Kultur in Zeiten der Wirtschaftskrise“ // 20.10.2009
Am 25. und 26. Oktober 2009 kamen Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und Politik im Teatro Comunale und in der Universität von Ferrara zusammen, um Fragen der kulturellen Entwicklung und europäischen Identität in Zeiten der Krise zu diskutieren. Die Konferenz ermöglichte einen Austausch darüber, wie Kunst und Kultur die aktuelle Wirtschaftskrise nachhaltig überwinden können. Das Forum wurde von der Universität Ferrara und der CRUI Foundation (Conference of Italian University Rectors; ein Zusammenschluss der Universitätsrektoren Italiens) mithilfe von Consorzio Spinner und der italienischen Vertretung der europäischen Kommission ins Leben gerufen.
Nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister von Ferrara, Tiziano Tagliani, und weiteren Vertretern aus Bildung, Politik und Kultur, gaben George Edelman, Künstlerischer Leiter von Ferrara Musica, Fabio Donato von der Universität Ferrara und Prof. Andreas Richter, Intendant und Geschäftsführer des Mahler Chamber Orchestra (MCO), eine kurze Einführung zum Thema. Im Anschluss stellte Patrizio Bianchi, Leiter der Universität von Ferrara, einige Thesen zu den Themen Wirtschaft, Kultur und europäische Identität in den Raum. Neben den vorab genannten konnten weitere wichtige Partner des MCO für die Teilnahme gewonnen werden: Karl Erik Norman, Präsident des „European Cultural Parliament“, reflektierte mit Vertretern anderer kultureller Institutionen in einer Podiumsdiskussion das Thema „Kreativität und kulturelles Erbe in Europa“. Über Kulturmanagement und Kulturorganisationen sprachen u.a. Ilona Schmiel vom Beethovenfest Bonn, Andreas Richter und George Edelman.
Zum Abschluss des ersten und als Inspiration für den nächsten Tag, besuchten die Teilnehmer der Konferenz am Abend die Generalprobe zum Konzert des Mahler Chamber Orchestra im Teatro Communale di Ferrara. Auf dem Programm stand ein Höhepunkt der laufenden MCO-Saison: Daniel Harding dirigierte die konzertante Aufführung von Wagners Tristan und Isolde mit einer international renommierten Sängerbesetzung, unter anderen Waltraud Meier als Isolde.
Am nächsten Tag setzte sich Karl Erik Norman mit Vertetern verschiedener europäischer Universitäten mit dem Thema „kulturelle Netzwerke“ auseinander. Eine weitere Podiumsdiskussion unter der Leitung von Andrea Thilo, Produzentin und Gesellschafterin von Boomtown Media, beschäftigte sich mit dem Thema „Wirtschaftsentwicklung durch Kultur am Beispiel von Musik-Events“. Im Anschluss gab Fabio Donato eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse der beiden Konferenztage und verabschiedete die Teilnehmer der Tagung.
Das Kernthema der Veranstaltung wurde in den zwei Tagen aus verschiedenen Perspektiven besprochen und beleuchtet. Neben einem klaren Appell an die Verantwortung der Politik für die kulturelle Entwicklung und Vielfalt, kamen die Teilnehmer immer wieder auf die Beutung von Kultur im zusammenwachsenden Europa zu sprechen. Die Beteiligten waren sich einig, dass die Krise nicht nur als ein Problem, sondern auch als Chance zu betrachten sei. So ermögliche eine Krise auch immer eine Weiterentwicklung, ein Umdenken und eine Neupositionierung. Dazu wurden verschiedene Möglichkeiten der Innovation, des Brandings, der Qualitätssteigerung, der Publikumsgewinnung- und einbeziehung sowie der Aus- und Weiterbildung diskutiert. Im Zentrum der Diskussion stand außerdem die unumstößliche Bedeutung von kulturellen Netzwerken und deren Synergieeffekte.
Seit 1998 ist das MCO orchestra in residence in Ferrara und arbeitet eng mit dem Konzertveranstalter Ferrara Musica und der Universität von Ferrara zusammen. Im Rahmen der Residenz wurden in den letzten zehn Jahren rund 80 Konzertprogramme und sieben Opern im Teatro Communale di Ferrara aufgeführt.