Tugan Sokhiev

Slawische Nacht: Das MCO mit Tugan Sokhiev und Viktoria Mullova in Santiago de Compostela und beim Musik-Sommer Grafenegg // 15.07.2010

Die Sommertournee des Mahler Chamber Orchestra (MCO) nach Santiago de Compostela (22. Juli) und Grafenegg (24. Juli) bietet ein komplett slawisches Programm unter der Leitung von Tugan Sokhiev. Das MCO arbeitete bereits mehrfach überaus erfolgreich mit dem jungen Russen, erstmals in 2004 bei einer Aufführung von Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen, die später auf DVD erschien.

Auf dem Programm stehen Alexander Borodins In the Steppes of Central Asia, Sergej Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 und Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 8. Die Solistin für Prokofjews Werk ist die russische Geigerin Viktoria Mullova, deren außergewöhnliche Begabung schon früh internationale Aufmerksamkeit erregte, als sie 1980 den 1. Preis beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki sowie 1982 die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb gewann. Mit dem MCO war sie bereits in den Jahren 2002 und 2003 solistisch tätig, jeweils unter der Leitung von Principal Conductor Daniel Harding.

Erstes Ziel der Tournee ist das Via Stellae Festival in Santiago de Compostela, wo das MCO zuletzt 2008 spielte und die umjubelte Aufnahme von Tschaikowskys Violinkonzert mit Janine Jansen realisierte. Die zweite Station ist die österreichische Stadt Grafenegg. Dort erklingt das Konzert des MCO als Teil des jährlich stattfindenden Musik-Sommer Grafenegg. Wie bereits im Vorjahr spielt das MCO im Rahmen dieser Sommerresidenz nicht nur das Sinfoniekonzert, sondern auch ein Kammermusikkonzert als Prélude am gleichen Tag (24. Juli) um 17:30 in der historischen Reitschule.

Das Programm der Tournee legt den Fokus auf drei slawische Komponisten, deren Werke in der  relativ kurzen Zeitspanne von 1880 bis 1935 entstanden. Wie viele Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert, versuchten auch sie, ihrer Musik einen speziellen, landestypischen Charakter zu verleihen, indem sie Volkslieder, Balladen und Legenden aufgriffen. Der Russe Alexander Borodin, hauptberuflich Chemiker und Hobbykomponist, strebte in seiner sinfonischen Dichtung von 1880 die musikalische Darstellung der Reise einer Karawane durch die Steppe an; als Hilfsmittel dienten ihm charakteristische Melodien und Lieder der zentralasiatischen Karawanen und ihrer russischen Garde. Sergej Prokofjew war ebenfalls Russe und auch er griff bei seinem zweiten Violinkonzert von 1935 typische Volksmelodien auf. Im dritten Satz überrascht er den Zuhörer mit Kastagnetten und dem damit einhergehenden musikalischen Ausflug in die spanische Folklore. Antonín Dvorák schließlich wird durch sein Musikschaffen häufig die Entwicklung einer unverwechselbaren nationalen Identität zugeschrieben. Gleichwohl er in seiner 8. Sinfonie nicht direkt Volksmelodien zitiert, ist dieses Werk – wie viele andere aus seiner Feder – in einem chakateristisch böhmischen Idiom komponiert.

Die Abende in Grafenegg und Santiago de Compostela läuten das Ende der MCO-Saison 2009/2010 ein. Anfang August startet dann mit den Konzerten im Rahmen des LUCERNE FESTIVAL im Sommer die neue, abwechslungsreiche Saison 2010/2011. Nähere Informationen zu den geplanten Aufführungen finden Sie im Season Calendar auf unserer Website.

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