Melodienselig, fröhlich, mit einem Schuss Melancholie: Dvoráks „Slawische Tänze" op. 72 begeistern die Zuhörer seit Generationen, so auch diesmal das Musikvereins-Publikum.
Dass diese Tänze so außergewöhnlich reich instrumentiert sind, macht sie auch zur ertragreichen Aufgabe für Orchester.
Das Mahler Chamber Orchestra tanzte, stampfte und schwelgte von Daniel Harding geleitet durch die acht Stücke, deren unbändige Kraft und leise Wehmut dabei exakt abgestimmt erklangen. Dass nicht alle Bläsersoli in gleicher klanglicher Präzision aufleuchteten, störte den Gesamteindruck nur wenig.
Janáceks "Dymák" aus den "Lachischen Tänzen" setzte als logische Draufgabe dem Abend schließlich das volkstümlich-slawische Krönlein auf. Zu Beginn des Konzertes pfefferten die Streicher des Orchesters noch durch Bartóks "Divertimento", vielleicht mit einer Spur zu viel Nachdruck, aber wunderbar sauber und dabei höchst expressiv gespielt, vor allem auch in den makellosen Soli. (…)