Diese letzte Tournee war ohne Zweifel eine außergewöhnliche Erfahrung. Schon vom ersten Moment, als wir uns alle am Frankfurter Flughafen sammelten, um gemeinsam weiterzufliegen, lag etwas ganz Besonderes in der Luft. Meine Musik-Freunde wiederzusehen erfüllte mich mit Freude und dem, für das Mahler Chamber Orchestra typischen, Enthusiasmus. Aber auch die Aussicht über den großen Teich zu fliegen, um erneut mit Claudio Abbado zusammenzuarbeiten war sehr vielversprechend. Vor allem, da wir die Idee hatten, dem einzigartigen und wichtigen musikalischen Bildungsprogramm Venezuelas (El Sistema, Anm. d. Red.) vor Ort so viel wie möglich beizusteuern und uns einzubringen.
Insgesamt spielten wir zwei Konzertprogramme: das erste war ein reines MCO Konzert mit Brahms Serenade Nr. 1 in D-Dur, op.11 und dem Doppelkonzert in a-Moll op. 102 mit Ilya Gringolts und Mario Brunello als Solisten. Bei unserem zweiten Auftritt musizierten wir Bogen an Bogen mit dem Simon Bolivar Youth Orchestra. So formierten wir uns so zu einem großen Sinfonieorchester, um gemeinsam Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 und Brahms Sinfonie Nr. 3 in F-Dur op. 90 zu interpretieren.
Ich selbst habe mich beim Spielen der Serenade des ersten Konzerts wie ein kleines Kind gefreut, obwohl auch die 3. von Brahms gemeinsam konzertiert mit dem Simon Bolivar Orchester ein sehr emotionaler Moment war, bei dem das Publikum fast verrückt geworden ist vor Begeisterung.
Im Rahmen des Ausbildungsschwerpunkts der Reise gaben wir, neben dem gemeinsamen Konzert, auch Meisterklassen für den musikalischen Nachwuchs Caracas' und besuchten mehrere Konzerte dieser jungen Talente. Zwischen den Konzerten hatten wir auch ein wenig Zeit, um die Stadt zu besichtigen und, natürlich, um ein bisschen Salsa zu tanzen…?