Claudio Abbado
20 Aug / Fre    19:30
21 Aug / Sam    18:30
Konzertsaal
Luzern / LUCERNE FESTIVAL / KKL Luzern / tel +41 41 226 44 80 / ticketbox@lucernefestival.ch / www.lucernefestival.ch

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 9
Dirigent Claudio Abbado / LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA including MAHLER CHAMBER ORCHESTRA


Mahlers 9. Sinfonie

Im August wird das Mahler Chamber Orchestra nach Luzern zurückkehren, um mehrere Konzerte als Teil des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA (LFO) zu spielen, sowie 2 Programme in seiner Stammbesetzung zu präsentieren. 2003 erklärte Claudio Abbado das MCO zum Herzstück und zur Kernbesetzung des von ihm neu gegründeten LFO und seitdem beginnt für das Orchester jede neue Saison mit einem mehrwöchigen Aufenthalt am Vierwaldstätter See.

Das LUCERNE FESTIVAL im Sommer steht unter dem Motto „Eros“ und wird in diesem Jahr unter der Leitung von Claudio Abbado vom Mahler Chamber Orchestra gemeinsam mit dem LFO mit einem konzertanten Fidelio eröffnet.

Im letzten Jahr interpretierte das LFO Mahlers 4. Sinfonie und gab mit dieser auch sein Debüt in Peking bei der anschließenden Gastspielreise nach China.  Im Konzertprogramm dieses Abends widmet sich Claudio Abbados erneut seinem vielgelobten Mahlerzyklus und ergänzt diesen um Mahlers monumentale 9. Sinfonie – zum rechten Zeitpunkt, da das Mahler-Jahr 2010 sowohl den 100. Jahrestag zur Fertigstellung des Werkes, als auch Mahler 150. Geburtstag markiert.

Mahler komponierte seine 9. Sinfonie nachdem ihm ein schwerwiegendes Herzleiden diagnostiziert wurde. Sie ist gleichzeitig die letzte Sinfonie, die er vollendete. Vielleicht ist es diese Diagnose, gepaart mit dem Tod seiner Tochter zwei Jahre zuvor, die viele Kritiker dazu veranlasste, das Werk als „vom Geist des Todes beseelt“ zu interpretieren. Alban Berg schrieb über die Sinfonie in einem Brief an seine Frau, „Der erste Satz ist das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat. Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehnsucht, in Frieden auf ihr zu leben, sie, die Natur, noch bis in ihre tiefsten Tiefen zu genießen - bevor der Tod kommt.“

Der zweite und dritte Satz, als Scherzo und Rondo-Burleske bezeichnet, sind beide beseelt von einem wilden und kämpferischen Geist. Der zweite Satz, ist ein Tanz, ein österreichischer Ländler, als Abbild irdischen Lebens, wie es unverblümter und ironischer nicht dargestellt werden kann. »Im Tempo eines gemächlichen Ländlers. Etwas täppisch und sehr derb« lautet die Spielanweisung für diesen Satz. Auch aus ihm spricht ein tragischer Unterton, da er als mit Lebensgier getanzter „letzter Tanz“ interpretiert werden kann.

Die Rondo-Burleske, vielleicht Mahlers „modernster“ Sinfonie-Satz, ist einerseits eine wüste Parodie des Akademismus, und zugleich eine spöttische Geste der Vergeblichkeit, die jeden Ansatz von Optimismus beiseite wischt. »Sehr trotzig« schreibt Mahler über die Burleske in a-Moll und – sarkastisch – »meinen Brüdern in Apoll gewidmet«.

Auch hier führt er den Gedanken weiter, Vertrautes durch Verzerrung zu ironisieren und Erwartetes verändert oder gar nicht eintreten zu lassen.

Einen umwerfenden Kontrast dazu bildet das in Des-Dur stehende Finale. In seinen Tönen offenbart sich ein andachtsvolles Gebet, voll von Trauer. Das Thema aus dem Kopfsatz erscheint wieder, wird hier aber ins Ausgeglichene gewandelt, worin Frieden, Ruhe und Ergebenheit ihren Platz finden. Das Werk endet still mit immer leiser werdenden Violinen, in die noch einige Male Bratschen und Celli kurze Motive hinein spielen, was als Mahlers Abschied von dieser Welt gedeutet werden kann.

Das MCO beim LUCERNE FESTIVAL
Interview mit Claudio Abbado

Listen & Watch: Mahlers 1. Sinfonie unter Daniel Harding an der Mailänder Scala
Ein eigener Kosmos - Mahler-Schwerpunkt in den Jubiläumsjahren



Speichern Sie diesen Termin in Ihrem Kalender:
20.08.2010
21.08.2010
Zurück
Home
Deutsch