Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll op. 37 Fazil SaySilk Road Periklis Koukos In Memoriam Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 7 in A-Dur op. 92 Dirigent Constantinos Carydis / Klavier Fazil Say
Erstes Residenzkonzert der Saison 2010/2011
Im Rahmen der MCO Residenz NRW war das MCO im Sommer 2009 eingeladen, die Saisoneröffnung der Kölner Philharmonie mitzugestalten. Über einen ganzen Tag verteilt nahmen insgesamt rund 10.000 Besucher die Möglichkeit wahr, das Orchester bei einer öffentlichen Konzertprobe, einem „meeting the orchestra“, einem Kammerkonzert oder beim abendlichen Eröffnungskonzert näher oder überhaupt kennenzulernen. Der MCO-Infostand war durchgängig von interessierten Zuhörern umringt, und am Ende war die Begeisterung so groß, dass der Veranstalter noch am selben Abend die Einladung für die Spielzeit 2010/2011 aussprach.
Zu diesem Anlass reisen das MCO, Dirigent Constantinos Carydis und Pianist Fazil Say Anfang September nach Köln, um dort ein Programm wiederaufzunehmen, das im Juli 2010 in Athen seine Premiere erlebte. Mit Beethovens 3. Klavierkonzert und seine siebte Sinfonie, Fazil Says Silk Road sowie Periklis Koukos‘ In Memoriam werden Werke westeuropäischer Klassik und südosteuropäischer Moderne vereint.
Beethovens 3. Klavierkonzert wurde im April 1803 in Wien uraufgeführt. Er nimmt darin Impulse Mozarts auf, geht kompositorisch jedoch einige Schritte weiter: Das Klavier wird dem Orchester als gleichberechtigter Dialogpartner gegenübergestellt, die Instrumentengruppen werden in den einzelnen Sätzen differenziert behandelt, schließlich wechselt er am Ende des letzten Satzes auf dramatische Weise die Tonart. Genau zehn Jahre später dirigierte Beethoven zum ersten Mal seine Sinfonie Nr. 7 A-Dur. Als Sinfoniker hatte er längst neue Maßstäbe gesetzt, in der siebten Sinfonie setzte er in erster Linie fort, was er in der sechsten bereits angelegt hatte. Neu ist die Stärke des subjektiven Ausdrucks, die Vehemenz, mit der Beethoven ein „Sinfonisches Ich“ (vergleichbar dem „Lyrischen Ich“ in der Literatur) formulierte.
Fazil Say ist künstlerisch auf beiden Seiten des Bosporus beheimatet, er trägt die Traditionen europäischer Klassik in die Türkei und macht die Musik seiner Heimat in ihrer ganzen Vielfalt weltweit bekannt. Sein Konzert für Klavier und Kammerorchester Silk Road nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise entlang der Seidenstraße, der legendären Handelsachse zwischen China und Europa. Die vier durch einen chinesischen Gong miteinander verbundenen Sätze (gleichsam Stationen einer Karawane) erzählen von der Philosophie Tibets, den Tänzen Indiens, dem konfliktbesetzten Aufeinandertreffen unterschiedlicher Religionen in Mesopotamien, bis das Stück schließlich im letzten Satz in Says Heimat Anatolien, der „Mutter der Erde“, endet. Die Musik zitiert ausgiebig die musikalischen Traditionen der Reisestationen, indische Tänze sind ebenso eingeflossen wie arabische Folklore und anatolische Lieder.
Periklis Koukos zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten Griechenlands und spielt auch als künstlerischer Leiter des Nationalkonservatoriums eine herausragende Rolle im griechischen Musikleben. Sein Werkkatalog umfasst Opern, Theatermusiken, Orchesterwerke und Kammermusik.
Die Philharmonie Köln gehört zu den drei Konzerthäusern Nordrheinwestfalens, die gemeinsam mit dem Orchesterzentrum?NRW die MCO Residenz NRW bilden. In der Saison 2010/11 finden hier vier Konzerte, darunter zwei im Rahmen der MCO Academy statt. Im Dezember 2010 dirigiert Ton Koopmann das MCO und Studierende des Orchesterzentrums im Rahmen eines MCO Academy Konzerts. Auf dem Programm stehen dann Werke von Georg Friedrich Händel, Carl Philipp Emanuel Bach und Wolfgang Amadeus Mozart