Daniel Harding während einer Probe in Salzburg (Bild: Stephan Brühl)
10 Okt / Son 19:00
Großer Saal
Frankfurt am Main / Alte Oper Frankfurt / tel +49 69 134 04 00 / info@frankfurt-ticket.de / www.alteoper.de
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 in c-Moll op. 68 Johannes BraHms Sinfonie Nr. 2 in D-Dur op. 73 Dirigent Daniel Harding
Brahms 1. und 2. Sinfonie unter der Leitung von Daniel Harding
Zwischen Johannes Brahms und den Musikerinnen und Musikern des MCO gibt es einen ganz zentralen Berührungspunkt: Die Kammermusik. Brahms war als Pianist ein leidenschaftlicher Kammermusiker, und in seinem kompositorischen Gesamtwerk nimmt diese Gattung einen großen Platz ein. Aber das ist noch nicht alles: Auch Brahms’ Sinfonien sind in ihrem Kern Kammermusik. Nichts ist nebensächlich, jede einzelne Stimme zählt, und die Themen und Motive sind aufs Engste miteinander verflochten. So hält es auch das MCO, das die Kammermusik ja sogar im Namen trägt. Jedes einzelne Mitglied des MCO lebt den kammermusikalischen Musizierstil – aufeinander zu hören, aufeinander zu reagieren, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Kreativität ins Spiel zu bringen – auch wenn große Sinfonien auf dem Programm stehen.
Vor diesem Hintergrund ist es naheliegend, dass das MCO mit den Sinfonien von Johannes Brahms bestens vertraut ist, und diese Werke regelmäßig sehr erfolgreich zur Aufführung bringt. Nun werden die vier Brahms-Sinfonien unter der Leitung von Principle Conductor Daniel Harding erstmals in der Geschichte des MCO als Zyklus gespielt.
Ein spannendes Projekt, denn die vier Brahms-Sinfonien bilden eine geschlossene Einheit, wie man sie nur selten antrifft. Überblickt man sie in ihrer Abfolge, scheinen sie auf einer übergeordneten Ebene den vier Sätzen einer Sinfonie zu entsprechen. Sie wurden im Zeitraum von nur neun Jahren uraufgeführt, wobei die Sinfonien Nr. 1 und 2 (1876 bzw. 1877) und die Sinfonien Nr. 3 und 4 (1883 und 1885) je ein Paar bilden.
Der Aufführungszyklus des MCO entspricht dieser Zweiteilung: Die Sinfonien Nr. 1 und 2 werden am 7. Oktober im Rahmen der MCO-Residenz NRW in der Philharmonie Essen aufgeführt und am 10. Oktober in Frankfurt wiederholt. Gut ein halbes Jahr später folgen am 21. Mai 2011 die Sinfonien Nr. 3 und 4, wiederum in Essen.
Das MCO spielt Brahms’ Sinfonien in seiner Standard-Streicherbesetzung, also in einer etwas kleineren als üblich, so dass ihre kammermusikalische Machart besonders gut zur Geltung kommt, und oft jede einzelne Stimme genau gehört werden kann.
Die Sinfonien Nr. 1 und 2:
„Ich werde nie eine Symphonie komponieren!Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinen zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesenhinter sich marschieren hört“, klagte Brahms seinem Freund, dem Dirigenten Hermann Levi, in einem Brief. Der äußerst selbstkritische Komponist hatte die neun Sinfonien von Beethoven stets als übermächtiges Vorbild empfunden. Erst in seinem 43. Lebensjahr gelang es Brahms – nach mehreren abgebrochenen Versuchen und nach fast fünfzehnjähriger Arbeit an diesem Werk – seine erste Sinfonie fertig zu stellen. Sie ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Beethoven, was sich nicht nur in Orchesterbesetzung, zeitlicher Dimension, oder der Wahl der von Beethoven besonders gerne verwendeten Tonart c-Moll zeigt, sondern auch in thematischen Anlehnungen. Wie Beethovens c-Moll-Sinfonie (Nr. 5) folgt Brahms’ Erste der Idee „Vom Dunkel ins Licht.“ Die Uraufführung in Karlsruhe war ein Erfolg, und nur wenige Wochen später wurde das Werk in Wien gefeiert. Bereits ein Jahr später folgte die zweite Sinfonie in D-Dur. Die prägenden Elemente in dieser Sinfonie sind Volkston und Naturidylle, und ihre Uraufführung wurde zu einem der größten Triumphe in der Laufbahn des Komponisten. Brahms selbst hielt dazu fest: „Das Orchester hat mit einer Wollust geübt und gespielt und mich gelobt, wie es mir noch nicht passiert ist.“
21 MAI 2011 / SAM 19:30 / Brahms-Sinfonien 3 und 4, PHILHARMONIE ESSEN >>MORE Residence NRW
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