07 Jul / Die 21:00
09 Jul / Don 21:00 10 Jul / Fre 21:00
Cuvilliés-Theater
München / Münchner Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper / tel +49 89 21851920 / tickets@st-oper.bayern.de / www.muenchner-opern-festspiele.de
Leonard BernsteinTrouble in Tahiti DirigentKent Nagano / RegieSchorsch Kamerun / Bühnenbild Constanze Kümmel / Kostüme Tabea Braun / Licht Michael Bauer / Dinah Beth Clayton / Sam Rodney Gilfry
Die Münchner Opernfestspiele zählen nicht nur zu den renommiertesten sondern auch zu den ältesten Opernfestivals in Europa. Bereits seit 1875 lassen sie alljährlich mit Opern-, Ballett- und Konzertaufführungen die Münchner Theatersaison glanzvoll zu Ende gehen. Bespielt wird nicht nur das Münchner Nationaltheater, an dem die Oper beheimatet ist, sondern auch das Prinzregententheater, die Allerheiligen Hofkirche, sowie seit 2008 das renovierte Cuvilliés-Theater. Zusätzlich finden auf dem Maximiliansplatz Open Air Konzerte und Großleinwandübertragungen großer Opernpremieren statt.
Der allergrößte Teil der bei den Festspielen gezeigten Produktionen wird vom Staatsopernorchester bestritten. Das MCO ist eines der wenigen Gastorchester und wird Anfang Juli mit der Bernstein-Oper Trouble in Tahiti und einem Konzertprogramm sein Debüt bei den Festspielen geben. Kent Nagano, der musikalische Leiter der Münchner Oper, dirigiert das Orchester bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal. Die Aufführungen im Cuvelliés-Theater waren bereits kurz nach Beginn des Kartenvorverkaufs ausverkauft.
Im Jahr 2009 werden die Opernfestspiele zum ersten Mal unter der Intendanz von Nikolaus Bachler über die verschiedenen Bühnen gehen. Zwischen dem 27. Juni und dem 31. Juli werden 32 Opern- und Ballettvorstellungen, Konzerte, Liederabende und Sonderveranstaltungen gezeigt. Den Auftakt bildet in diesem Jahr die achte HVB Festspiel-Nacht: auf mehreren Bühnen zeigen Festspiel-Künstler Höhepunkte aus Oper, Konzert, Tanz, Lied und Literatur. Der Eintritt hierzu ist frei.
Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die Veranstaltungsreihe under construction, in deren Rahmen auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Projekte vereint sind. Der Wiener Architekt Wolf D. Prix, ein Mitbegründer des weltweit agierenden Architekturbüros Coop Himmelb(l)au, wird dazu einen Einführungsvortrag halten. Am Marstallplatz hinter dem Nationaltheater wird während der Festspiele ein eigener Ort für Diskussionen, kleinere Aufführungen und neue ästhetische Formen entstehen; eine Dauerbaustelle, deren fortwährende Entwicklung Raum bieten soll für Visionen, Träume und deren Realisierung in der Kunst. Trouble in Tahiti ist eine der musikalischen Produktionen dieser Reihe.
Die Oper Trouble in Tahiti schrieb Leonard Bernstein 1952. Im selben Jahr wurde sie in der Aula der Brandeis University in Waltham (Massachusetts) uraufgeführt, und im Jahr 1980 vom Komponisten in eine neue Oper A Quiet Place integriert. Bernstein selbst leitete zwei der vorliegenden Tonaufnahmen, in jüngster Zeit erschien zudem die Aufzeichnung einer Produktion aus dem Jahr 2001 auf DVD (Regie: Tom Cairns, Musikalische Leitung: Paul Daniel).
Trouble in Tahiti beschreibt collagenhaft und mit viel satirischem Humor den trostlosen Ehealltag von Sam und Dinah, die zwar nach außen hin den amerikanischen Traum leben, in Wahrheit aber hoffnungslos zerstritten sind und weitgehend voneinander isoliert existieren: Sams Leben spielt sich im Büro und auf dem Sportplatz ab, wo er Anerkennung und Bestätigung findet, während Dinah sich überwiegend beim Psychiater und im Kino aufhält, um sich von ihrem tristen Dasein abzulenken. Obwohl sich die Situation zwischen den Eheleuten bereits dramatisch zugespitzt hat, scheuen beide die Konfrontation und beschließen am Abend der geplanten Aussprache kurzfristig, gemeinsam ins Kino zu gehen: sei sehen den Hollywoodkitschfilm „Trouble in Tahiti“, anstatt den Versuch eines Gesprächs zu wagen. Umrahmt wird die Handlung von einem Jazztrio, das einer Regieanweisung zufolge „niemals aufhören darf zu lächeln“. Mit swingenden Melodien kommentieren die drei Musiker voller Ironie das Geschehen.
Musikalisch vereint das Werk jazzige Passagen, arienartige Lieder, Songs aus der amerikanischen Unterhaltungsmusik, versteckte und offene Anleihen an die Zwölftonmusik und an das Musical sowie bernsteineske Karibikrhythmen, wie sie auch in der West Side Story zu finden sind. Im Cuvilliés-Theater ist die Oper erstmals in einer eigens für München erstellten Fassung zu hören.
Inszeniert wird die Oper von Schorsch Kamerun, der Allroundkünstler, der mit seiner Punkband „Die goldenen Zitronen“ Kultstatus erreicht hat.