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Ludwig van BeethovenCoriolan Ouvertüre op. 62 Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur op. 73 Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 7 in A-Dur op. 92 Dirigent Tugan Sokhiev/ Klavier Nicholas Angelich
Ein reines Beethoven-Programm
Seit seiner Gründung setzt sich das MCO intensiv mit Beethovens Musik auseinander: Die Aufführungen von Beethovens Sinfonien (das Orchester hat alle neun sowohl mit Principal Conductor Daniel Harding als auch mit Orchestergründer Claudio Abbado gespielt) sind regelmäßig Höhepunkte für Musiker und Publikum. Die Live-Aufnahme des zweiten und dritten Klavierkonzerts mit Martha Argerich wurde 2006 mit einem Grammy ausgezeichnet. Und nachdem das MCO im April 2008 mit Fidelio am Teatro Real in Madrid debütierte, wurde es von Le Monde als „Das beste Orchester der Welt“ bezeichnet.
Wie dem MCO geht es noch so vielen: Wer einmal damit beginnt, sich mit Beethoven zu beschäftigen, kommt nicht mehr von ihm los. Seine ungewöhnliche Biographie hat zudem dazu beigetragen, dass Beethoven zum heroischen Künstlermythos stilisiert wurde, wie kein anderer Komponist. Die vielen Krankheiten (insbesondere das Gehörleiden, das etwa in Beethovens 27. Lebensjahr einsetzte und zu völliger Taubheit führte), Beethovens aufbrausender Charakter, und natürlich seine bedingungslose Hingabe an die Kunst, sind Stichworte, die viel Stoff bieten für romanhafte Verkitschung. Doch wer Beethovens Briefe und Tagebucheinträge liest, oder die Konversationshefte, mit deren Hilfe er sich verständigte, als er komplett gehörlos war, wird bis heute unmittelbar davon erschüttert.
Das Komponieren war für Beethoven eine Tätigkeit von höchster Spannung und Intensität. Er skizzierte und feilte, überarbeitete und verwarf. So entstand immer wieder völlig neuartige Musik, die weder den Komponisten selbst, noch die ausführenden Musiker, noch das Publikum schont: „was schwer ist, ist auch schön, gut, gross etc, jeder Mensch sieht also ein, dass dieses das fetteste Lob ist, was man geben kann, denn das schwere macht schwizen“, schrieb Beethoven in einem Brief vom Januar 1817.
Im Februar 2011 tritt das MCO mit zwei leicht unterschiedlichen, reinen Beethoven-Programmen auf. Die Leitung liegt in den Händen des jungen russischen Dirigenten Tugan Sokhiev, Solisten sind der amerikanische Pianist Nicholas Angelich und der 1981 geborene Franzose David Fray. Beide Programme werden mit der Coriolan-Ouvertüre eröffnet und mit der Sinfonie Nr. 7 abgeschlossen. Dazwischen spielt im ersten Programm Nicholas Angelich Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, im zweiten Programm interpretiert David Fray das Klavierkonzert Nr. 3.
Diese insgesamt vier Werke liegen zeitlich und stilistisch nahe beieinander: Das 1803 uraufgeführte Klavierkonzert Nr. 3 ist dabei die älteste, die genau zehn Jahre später uraufgeführte Sinfonie Nr. 7 die jüngste Komposition. Damit ist ziemlich genau der Zeitrahmen abgesteckt, der gerne als Beethovens mittlere, „heroische“ Schaffensperiode bezeichnet wird: Beethoven beschäftigte sich in dieser Phase insbesondere mit der sinfonischen Musik, gestaltete immer konzentrierter und dichter und feierte einen Erfolg nach dem anderen.
Die Coriolan-Ouvertüre entstand als Schauspielmusik zum gleichnamigen Theaterstück von Beethovens Zeitgenossen Heinrich Joseph Collin. Sie zeichnet in konzentrierter Form ein Charakterbild des tragischen Titelhelden. Das Klavierkonzert Nr. 3 ist das einzige in einer Moll-Tonart und entstand auf dem Höhepunkt von Beethovens Karriere als Klaviervirtuose. 1809, zur Zeit der napoleonischen Besetzung Wiens, schrieb Beethoven sein fünftes und letztes Klavierkonzert. Die 7. Sinfonie ist von strahlend-festlichem Charakter und geprägt von einem sogartigen Schwung. Sie markiert den Abschied von Beethovens „heroischem“ Kompositionsstil. Richard Wagner bezeichnete diese Sinfonie als „Apotheose des Tanzes“.
Speichern Sie diesen Termin in Ihrem Kalender: 11.02.2011