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Konzert   Oper   
Mojca Erdmann
03 Jun / Fre
Singapur / Esplanade / tel +65 6348 5555 / boxoffice@esplanade.com / www.esplanade.com

Gustav Mahler Verlorne Müh'!/ Wer hat dies Liedlein erdacht?/ Das irdische Leben/ Rheinlegendchen/ Sinfonie no. 4
Dirigent Daniel Harding/ Sopran Mojca Erdmann


Gustav Mahlers Gesamtwerk besteht zum allergrößten Teile aus Liedern und Sinfonien. Beide Gattungen gehen bei ihm ineinander über, so übernahm er in seinen ersten drei Sinfonien die instrumentale Substanz bereits existierender Lieder, um sie sinfonisch weiter zu verarbeiten. Eine seiner wichtigsten Quellen war die 1805 von Clemens von Brentano und Achim von Arnim in Heidelberg herausgegebene Sammlung Des Knaben Wunderhorn. Diese Texte zählten für Mahler zu den bedeutendsten Werken der Literatur, er vertonte rund 25 von ihnen. Dabei ging er mit der Vorlage äußerst frei um, veränderte Texte und Strukturen nach seinen Notwendigkeiten, behielt jedoch ihre thematische Vielschichtigkeit bei und betonte religiöse und transzendente Elemente, das Unheimlich-Gespenstische und die Doppelbödigkeit der Texte.

Die Fertigstellung seiner vierten Sinfonie fiel in den ersten Maiernigger Sommer 1900, die Uraufführung erfolgte  ein Jahr später in München. Als Sinfoniker hat Mahler neue Wege eingeschlagen, er beanspruchte für die Gattung universelle Geltung, sofern in ihr Universalität formuliert wurde. Er interessierte sich nicht mehr für die musikalische Aufbereitung reiner Stimmungen, sondern für die Zwischenschritte von einem Gefühlszustand zum nächsten, für die Konflikte und für „die poetische Idee, ihre Gegenstände und ihren Humor“. Den ersten vier Sinfonien liegen Kunstprogramme zugrunde, die – um das Verständnis zu erhöhen – auch veröffentlicht wurden.

Im Unterschied zur vorangegangenen dritten Sinfonie reduziert er bei der vierten die musikalischen Mittel; die vier Sätze sind thematisch aufeinander bezogen, alle zielen auf den Schlusssatz ab, der auf dem Wunderhorn-Lied Vom himmlischen Leben basiert. Der Sinfonie unterlegte Mahler einen sehr eigenen, sehr subtilen und vor allem sehr doppelbödigen Humor, den er wie folgt beschreib: „Es ist die Heiterkeit einer höheren, uns fremden Welt darin, die für uns etwas-Grauenvolles hat. Im letzten Satz erklärt das Kind, welches im Puppenstand doch dieser höheren Welt schon angehört, wie alles gemeint sei.“ Eine symphonica humoristica, in deren zweiten Satz der Tod aufspielt und in dessen Schlusssatz die Engel ein himmlisches Schlachtfeld beschreiben.

Mahlers Humorverständnis geht stark auf Jean Paul, einem seiner Lieblingsdichter, zurück, verweist aber ebenso stark auf die „schwarzen Romantiker“ wie E.T.A. Hoffmann, die die Durchlässigkeit zwischen dem Schönen und dem Schrecklichen zeigten und die den panischen Schrecken als Kehrseite von Idylle und der Heiterkeit sicht- und spürbar werden ließen.



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03.06.2011