Kent Nagano
Kent Nagano // Dirigent

Kent Nagano gilt als einer der herausragenden Dirigenten für das Opern- wie auch für das Orchesterrepertoire. Im September 2006 trat er seine neuen Positionen als Bayerischer Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper sowie als Music Director des Orchestre symphonique de Montréal an, mit dem er in der Saison 2008/09 das 75. Jubiläum feiert.

In der Spielzeit 2008/09 übernimmt Kent Nagano die musikalische Leitung der Neuinszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“ sowie der Festspielpremiere 2009 an der Bayerischen Staatsoper: Richard Wagners „Lohengrin“. Nach „Salome“ und „Ariadne auf Naxos“ dirigiert Kent Nagano darüber hinaus mit „Elektra“ eine weitere Oper Richard Strauss’. 2008 erschien Unsuk Chins Oper „Alice in Wonderland“ bei unitel classica/medici arts auf DVD. Das von Kent Nagano und der Bayerischen Staatsoper zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele 2007 uraufgeführte Werk wurde von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zur „Uraufführung des Jahres 2007“ gewählt. Ende 2008 erscheint Bruckners Symphonie Nr. 4 mit dem Bayerischen Staatsorchester bei Sony BMG auf CD. Unter Naganos Leitung setzt die Bayerische Staatsoper auch in den Bereichen Nachwuchsförderung und Education neue Akzente. Beispiele dieses Engagements sind das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper, die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters sowie das Jugendorchester ATTACCA.

Das Orchestre Symphonique de Montréal wird Nagano in der Spielzeit 2008/09 mit der Uraufführung eines Konzerts von Simon Leclerc für Radiosprecher und Orchester dirigieren (März 2009). Im selben Monat findet die Uraufführung eines Werkes für Orchester und Inuit-Kehlgesang von der mit einem Juno ausgezeichneten Komponistin Alexina Louie statt, Solisten werden die Kehlsänger Evie Mark und Taqralik Partridge sein. Beide Werke sind Kompositionsaufträge des OSM. Anlässlich Messiaens 100. Geburtstag wird Kent Nagano im Dezember 2008 dessen monumentale Oper „Saint François d’Assise“ zu Gehör bringen. Zwei weitere Aufführungen von Auftragswerken des OSM werden ein Cellokonzert von Denys Bouliane (Mai 2009) und „Escenas de viento“ vom Olivier Messiaen International Composition Prize-Gewinner Ramon Humet aus Spanien sein (September 2008). Im April 2008 ist die erste gemeinsame Aufnahme von Kent Nagano und dem Orchestre symphonique de Montréal bei Analekta/Sony BMG erschienen: „Beethoven: Ideals of the French Revolution“ mit Beethovens 5. Sinfonie, Ausschnitten aus seiner Bühnenmusik zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ op. 84, dem selten aufgeführten „Opferlied“ op. 121b sowie „Der General“ für Orchester, Sopran, Chor und Erzähler. „Der General“ wurde 2007 vom OSM uraufgeführt und vereint Auszüge aus Beethovens Werken mit gelesenen Passagen aus Originaltexten des Autors, Musikkritikers und Musikwissenschaftlers Paul Griffiths, die sich auf Roméo Dallaire, den Leiter der Friedensmission in Ruanda während des Genozids 1994 beziehen.

Gemeinsam mit der Accademia Nazionale Santa Cecilia und ihrem Präsidenten Prof. Bruno Cagli sowie dem Opernstudio unter der Leitung von Renata Scotto präsentieren Kent Nagano und das Orchestre Symphonique de Montréal das neu gegründete Festival Belcanto, das im August 2008 in Knowlton/Kanada sowie im September 2008 in Rom stattfinden wird. Unter der Leitung von Kent Nagano wird das Orchestre Symphonique de Montréal u.a. eine konzertante Aufführung von Bellinis Oper "Norma" in Knowlton aufführen.

Der gebürtige Kalifornier Nagano führt seine Position als Music Director beim Berkeley Symphony Orchestra seit 1978 noch bis Ende der Saison 2008/09 fort, danach bleibt er dem Orchester als Conductor Laureate erhalten. Seit 2007/08 ist er Founding Music Director des neuen Berkeley Academy Ensemble. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1984, als Messiaen ihn bei der Uraufführung seiner Oper „Saint François d’Assise“ als Assistenten Seiji Ozawas ernannte. Daraufhin wurde er Music Director der Opéra National de Lyon von 1988 bis 1998, wo er u.a. die Oper „Drei Schwestern“ von Peter Eötvös zur Uraufführung brachte, einen Kompositionsauftrag des Hauses. Von 1991 bis 2000 war er Music Director des Hallé Orchestra und von 1990 bis 1998 Associate Principal Guest Conductor des London Symphony Orchestra. Zu Uraufführungen, die er dirigiert hat, gehören u.a. Adams’ „The Death of Klinghoffer“ und „El Niño“ sowie Bernsteins „White House Cantata“. Seine Uraufführung von Kaija Saariahos Oper „L’amour de Loin“ bei den Salzburger Festspielen 2000 war ein weiterer großer Erfolg.

Mit Beginn der Saison 2000/01 übernahm Nagano als Chefdirigent und künstlerischer Leiter die musikalische Verantwortung für das Deutsche Symphonie Orchester Berlin. Als Ausdruck der Verbundenheit ernannte das Orchester seinen scheidenden Chefdirigenten im Konzert am 16. Juni 2006 zum Ehrendirigenten. Sie führten u.a. Schönbergs „Moses und Aron“ auf (in Zusammenarbeit mit der Los Angeles Opera) und gastierten bei den Salzburger Festspielen mit Zemlinskys „Der König Kandaules“ und Schrekers „Die Gezeichneten“ sowie beim Festspielhaus Baden-Baden mit „Parsifal“ (2004) und „Lohengrin“ (2006), inszeniert von Nikolaus Lehnhoff. „Parsifal“, „Die Gezeichneten“ und „Lohengrin“ sind auf DVD erschienen. Zu Naganos Aufnahmen mit dem Orchester gehören Bernsteins „Mass“, Bruckners 3. und 6. Sinfonie, Beethovens „Christus am Ölberge“, Wolfs „Mörike-Lieder“, Mahlers 8. Sinfonie, Schönbergs „Jakobsleiter“ und „Friede auf Erden“ sowie Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 4 und Arnold Schönbergs „Variationen für Orchester op. 31“ für harmonia mundi France.

2003 wurde Nagano zum ersten Music Director der Los Angeles Opera ernannt, nachdem er bereits zwei Jahre lang Principal Conductor der Oper gewesen war. Zu den Produktionen dort gehörten eine Reihe von Mozart-Opern, „Idomeneo“, „Don Giovanni“, und „Die Hochzeit des Figaro“, Strauss’ „Der Rosenkavalier“ und „Die Frau ohne Schatten“, Puccinis „Madama Butterfly“ und „Tosca“ sowie Wagners „Lohengrin“ und „Parsifal“. Zu Produktionen an anderen Opernhäusern gehörten in den letzten Saisons u.a. Schostakowitschs „Die Nase“ und Puccinis „Turandot“ an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, Rimsky-Korsakoffs „Der Goldene Hahn“ im Châtelet in Paris sowie Poulencs „Dialog der Karmeliterinnen“ und Hindemiths „Cardillac“ an der Opéra National de Paris. In der Saison 2008/09 wird er Massenets „Werther“ an der Opéra National de Paris dirigieren.

Als regelmäßiger Gastdirigent bei vielen der führenden Orchestern der Welt leitete Kent Nagano die Wiener Symphoniker, die Wiener und Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra, das National Symphony Orchestra Washington, die Dresdner Staatskapelle und das Russian National Orchestra. Er hat zahlreiche CDs bei ERATO und Teldec herausgebracht, darunter „Billy Budd“ mit Thomas Hampson, Messiaens „Saint Francois d’Assise“ bei den Salzburger Festspielen und Messiaens „Turangalila Symphony“ mit den Berliner Philharmonikern. Die Einspielung von Busonis „Dr. Faust“ mit Dietrich Fischer-Dieskau und der Opéra National de Lyon erhielt 2000 den Grammy in der Sparte „Beste Operneinspielung“. Für die Deutsche Grammophon nahm er Peter Eötvös' „Drei Schwestern“ und Bernsteins „White House Cantata“ auf. Seine Aufnahme mit dem Russian National Orchestra, Mikhail Gorbachev, Bill Clinton und Sophia Loren mit Prokofjews „Peter und der Wolf“ und Jean-Pascal Beintus’ „Wolf Tracks“ gewann 2004 einen Grammy in der Kategorie „Bestes Kinderhörspiel“.


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