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Konzert   Oper   
11 Juni 2007 / 13:09 

 / by Andrea Kerner, Communications Manager



Nach fast zehn Jahren in der Heinrich-Roller-Strasse hat das Orchesterbüro am letzten Freitag den Standort gewechselt. Vom Jungfamilienkiez Prenzlauer Berg ging es Richtung Süden nach Kreuzberg, wo wir nun unmittelbar am Südstern unsere neuen Büroräume bezogen haben. „Bezogen“ ist freilich noch ein gewagter Ausdruck, wenn man bedenkt, wie viele Kisten noch auszupacken und wie viel Kleinkram noch aufzuräumen ist.

Die letzten Tage im alten Büro waren echte Balanceakte. Sowohl im wörtlichen, als auch im abstrakten Sinne. Ungeachtet der Tatsache, dass sieben Arbeitsplätze und zehn Jahre Orchestergeschichte eingepackt werden mussten, ging der Alltag unbeirrt weiter: noch während wir die Computer einpackten, riefen Musiker, Veranstalter und Solisten aus aller Welt an, die dringend und unbedingt sofort und überhaupt noch eine Information benötigten oder Fragen zu Unterlagen hatten, die mit Sicherheit im untersten Karton am anderen Ende des Flurs zu finden waren. Durch unzählige Tourneen sind wir glücklicher Weise zur Genüge geschult, so dass wir keinen Anrufer über Gebühr vertrösten mussten. So kletterten wir also unverdrossen über Berge von Umzugskartons, um noch schnell ein Fax loszuschicken oder im hintersten Winkel nach den richtigen Papieren zu fischen, während wir gleichzeitig Kartons beschrifteten und Kabel aufrollten.

Anläßlich des Einpackens boten sich unzählige Gelegenheiten, alte Erinnerungen hervorzukramen. Da uns wegen des anstehenden Orchesterjubiläums das Thema „Vergangenheit“ sowieso derzeit stark in Anspruch nimmt, war es eine willkommene Ergänzung, Programmhefte von 1998 und Kritiken der ersten MCO Konzerte in die Hand zu nehmen. Auf alten Photos blickten uns Gesichter an, die gerade mal dem Jugendorchester entwachsen waren und uns heute eher an die Kinder unserer Musiker erinnern, als an sie selbst. Unser Notenarchiv nimmt mittlerweile ca. 25 Meter Regalfläche in Anspruch (und war daher ein ausschlaggebender Grund für den Umzug), die ältesten Kopien sind nur noch schwerlich identifizierbar. All diese Dinge sind Teil der MCO-Geschichte und haben uns wieder einmal gezeigt, wie reich diese an Ereignissen, Begegnungen und Anekdoten ist. Auch die Räume in der Heinrich-Roller-Strasse erzählen ein bisschen davon: Angefangen hat alles mit zwei Leuten in einem Raum, später, mit Anwachsen der Mitarbeiter, wurden sukzessive Zimmer dazugemietet und zum Schluss war es soweit, dass wir bei voller Besetzung auf den Flur hätten ausweichen müssen – wenn wir unsere Praktikanten nicht so oft zum kopieren schicken müssten..

Nun sitzen wir also im neuen Domizil, einer typischen Berliner Altbauwohnung, die trotz einiger vieler unausgepackter Umzugskisten bereits ein Stück weit ein Zuhause geworden ist. Die einzelnen Büros sind immerhin soweit, dass man erkennen kann, wer darin residiert. Und auch wenn ich auf dem Weg zu meinem Schreibtisch wahrscheinlich noch ein paar Tage Hindernislaufen veranstalten muss, bin ich über den Wechsel sehr froh – und nicht nur, weil mein täglicher Weg zur Arbeit seit ein paar Tagen nur noch zehn Minuten in Anspruch nimmt.

Ein neues Kapitel der MCO-Geschichte hat seinen Anfang genommen – und wir sind gespannt, wie sie sich fortsetzen wird.

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