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Konzert   Oper   
31 August 2009 / 13:06 

By: Martin Piechotta, Pauke



Ja, es ist etwas Besonderes, vor heimischem Publikum, Freunden, Familie in der Stadt, in der man studiert und etliche Jahre gelebt hat - und in deren Nähe man wieder wohnt - zu konzertieren mit Musikern, mit denen man so viele Länder und Städte bereist und so viele Konzerte gespielt hat!

Und so erlebe ich Köln diesmal als Gast, sehe die Stadt mit den Augen und in den Gesichtern der anderen MCO-Musiker: freundlich, einladend und offen!

Ein schöner, hoffnungsvoller Beginn der zunächst auf 3 Jahre angelegten Partnerschaft des MCO mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen als „Orchestra in Residence“: es ist der 30. August, das MCO spielt als Mitgestalter des „Tages der offenen Tür“ der Philharmonie Köln; zunächst eine Orchester-Matinée sowie ein Kammermusik-Konzert zum Nachmittag, abends folgt ein großes Sinfonie-Konzert.

Den ganzen Tag über herrscht das sprichwörtliche „bunte Treiben“, Groß und Klein mäandern durch die Räumlichkeiten der Philharmonie und lassen sich von Instrumenten-Vorführungen, Bastel-Ecken, Chor- und Bigbandkonzerten und natürlich den MCO-Beiträgen anstecken. Ich treffe Freunde, ehemalige Kommilitonen, lasse mich mitziehen zum Flohmarkt auf die sonnige Rheinpromenade, erhalte bei einem Workshop meinen ersten Dirigier-Unterricht.

Der Abend dann steht im Zeichen des Orchesterkonzertes mit Wagners Siegfried-Idyll, Widmanns Oboenkonzert, Benjamins „A mind of winter“ und der 2. Sinfonie von Schumann. Dieser schrieb in seinen „Musikalischen Haus- und Lebensregeln“: „Es ist des Lernens kein Ende“, und das trifft wohl auf wenige Musiker mehr zu als auf Heinz Holliger, den Solisten des Abends. Weghören unmöglich, sein Ton nimmt gefangen, seine unendlich scheinenden Linien sind beeindruckend! Nach der Pause Schumanns 2. Sinfonie, die vom dankbaren Kölner Publikum mit langem Applaus beantwortet wird.

Ach ja, natürlich gibt es wunderbarerweise den traditionellen Kölsch-Empfang anschließend im Künstler-Foyer, leider ohne meinen Kölner Schlagzeugkollegen Thomas, der mit nur einer kurzen Probe am Konzerttag das Orchester im Widmann-Konzert so gut unterstützt hat; er spielt schon seit einer knappen Stunde mit einer Band auf einem Stadtteil-Kneipen-Fest... Und als das letzte Fass in der Philharmonie sich dem Ende neigt, zieht es so manch einen noch hinaus in die Kölner Nacht...

In Schumanns schöner Weisheiten-Sammlung steht auch: „… von Deinen musikalischen Studien erhole Dich fleißig durch Dichterlektüre. Ergehe Dich oft im Freien“. Zumindest der zweiten Weisung komme ich nur allzu gerne nach: die ersten Brombeeren hängen reif in spätsommerlicher Sonne und im Ahrtal, unweit meines ländlichen Domizils, beginnt die Federweißer-Zeit.

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