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Konzert   Oper   
13 May 2011 / 16:02 

By: Martin Wessel und Robert Penz, Stagemanager



Wir arbeiten mittlerweile seit vier Jahren als Stagemanager für das MCO und seit Beginn dieses Jahres sozusagen als „Principal Stagemanager“. Neben den anderen Orchestern und Festivals, die wir außerdem betreuen, ist die Arbeit mit und für das MCO etwas Einzigartiges. Bei keinem anderen Orchester hat man die Chance, so viele unterschiedliche Menschen und Länder kennenzulernen, wie mit dem MCO. Auch wenn uns dieses Projekt nicht in die weite Welt führte, sondern nur nach Dortmund und Köln. Aber was heißt hier „nur“? Dortmund ist schließlich das Herz des Ruhrgebiets und vor allem die Heimat des deutschen Fußballmeisters 2011!!! Für Martin als BVB-Fan eine Reise ins Paradies!

Zugegeben, den Charme der Stadt findet man sicher nicht in der Nachkriegsarchitektur oder den fehlenden Grünflächen. Wenn man aber einem Ur-Dortmunder begegnet, wie wir der über siebzigjährigen Taxifahrerin am Sonntagmorgen, dann weiß man, was diese Stadt ausmacht: die sehr direkte und bildhafte Art des Erzählens. Thema Nummer 1: Fußball. Und irgendwie wünscht man sich, dass nicht nur die Taxifahrerin plaudert, sondern auch das Taxi selbst mit seinen über 500.000 km auf dem Tacho…

Und dann Köln. Philharmonie. Wir haben aufgehört zu zählen, wie oft wir schon hier die Bühne auf- und abgebaut haben. Seit fast 6 Jahren machen wir nun diesen Job und jedes Jahr sind wir mindestens 3 Mal in der Kölner Philharmonie. Ein großartiges Gebäude mit nur einem Manko: der Konzertsaal liegt unterirdisch direkt unter dem Heinrich-Böll-Platz, der nun bei jeder Probe und jedem Konzert gesperrt werden muss, da man sonst die Geräusche der Fußgänger, Skateboarder und Rollkoffer bis auf die Bühne hört.

Bei der Vorbereitung des Boulez-Projekts wurde uns schnell klar, dass es für uns als Stagemanager auch logistisch anspruchsvoll wird. Insgesamt 90 Musiker, große Schlagzeug-Besetzung, TV-Mitschnitt und Live-Übertragung im Radio. Das hat man nicht alle Tage, und deshalb sind solche Konzerte immer wieder aufregend und verhindern letztlich das Aufkommen von Routine.

Mit Großprojekten wie diesem ist man in Dortmund, wo wir im Orchesterzentrum und Konzerthaus geprobt haben, und in der Kölner Philharmonie allerdings bestens aufgehoben. Schon 2010 waren wir mit Martin Grubinger und seinem extrem aufwendigen Konzertprojekt „Percussive Planet“ bei der Musiktriennale Köln zu Gast. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Haus- und Saaltechnik und den Verantwortlichen des WDR ist für uns immer wieder ein Geschenk! Es gibt nichts, was nicht irgendwie möglich gemacht wird.

Durch den TV-Mitschnitt kommt beim Bühnenaufbau eine weitere Herausforderung auf uns zu: Neben den 90 Musikern müssen noch 5 Kameras auf der Bühne untergebracht werden, die immer wieder erstaunlich viel Platz benötigen und sich darüber hinaus noch frei bewegen müssen. Dank unserer Bühnenpläne wissen die Kollegen i.d.R. aber schon lange vorher, was sie auf der Bühne erwartet und es gibt nur noch kleine Details zu klären, wie z.B. die Lichteinstellungen, denn Konzertlicht ist nicht gleich auch Fernsehlicht!

Unsere Arbeit als Stagemanager ermöglicht uns, immer wieder tolle Länder, Städte, Konzertsäle und Menschen kennenzulernen. Vor allem eine solche Legende wie Pierre Boulez betreuen zu dürfen ist eine Ehre. Leider hat unser Job den großen Nachteil, dass wir in 99% der Fälle das Konzert aus dem Backstagebereich verfolgen müssen. Der Kölner sagt in solchen Fällen „et is wie et is!“, und damit hat er natürlich Recht. Denn letztlich ist auch niemand so nah an den Künstlern dran wie wir, wenige Augenblicke bevor sie auf die Bühne treten. Oder der Moment wenn sie von der Bühne abgehen,  erleichtert, erschöpft und endlos dankbar für ein kühles Kölsch, das wir ihnen in die Hand drücken.

In diesem Sinne: Cheers, Santé und Prost, liebes MCO! Auf viele weitere gemeinsame Konzerte!

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