Genauso gerne wie ich mich an die originalen (!) Mozartkugeln und die köstlichen Apfelstrudel im Kaffeehaus erinnere, werde ich an ein schönes und abwechslungsreiches Projekt zurückdenken, die Mozartwoche 2007 in Salzburg und zwei anschließende Konzerte in Norditalien. Die Konzertprogramme waren sich im Grunde ähnlich, jeweils ein Mozartkonzert, ein modernes Orchesterwerk und eine späte Haydnsinfonie - umso interessanter war es, sie mit drei verschiedenen Dirigenten zu erleben.
Das erste Konzert in Salzburg und das Letzte in Turin dirigierte unser Chef Daniel Harding. Bei bester Laune und gewohnter Qualität schuf er eine lebendige und spritzige Interpretation. Besonderen Spaß machte der von Haydn komponierte kleine Witz, der sich im vierten Satz der Sinfonie versteckt. Nachdem es in Salzburg erst bei der Wiederholung gelingen sollte, das Publikum auf einen vorgetäuschten Schluss reinfallen zu lassen, waren die Italiener für alle Täuschungsversuche zu haben. Daniel ließ das Publikum in Turin dann sogar am wirklichen Ende des Stückes in Unwissenheit, ob der Applaus nun endlich am Platze sei, um dann den Kopf einzuziehen und schnell von der Bühne zu verschwinden. Nicht nur das Publikum hatte seinen Spaß….
Während der zwei anderen Programme lernten wir uns bis dahin unbekannte, sehr gegensätzliche und für ihr Alter ungewöhnliche Dirigenten kennen. Robin Ticciati, ein 23jähriges vielversprechendes Talent, und das 68jährige Universalgenie Heiz Holliger. Robin überzeugte uns und das Publikum mit seiner überschäumenden und jugendlichen Begeisterung für Musik und machte das Konzert zu einem mitreißenden Erlebnis. Heinz Holliger, Komponist des modernen Werkes, selbst Oboist des Mozartkonzerts und eben Dirigent des gesamten Konzerts war eindrucksvoll durch sein umfassendes Musikwissen und seine unermüdliche Ausdauer. Verschmitzt verkündete er in der ersten Probe „ I hate breaks“, weshalb ihn so mancher Musiker gerne den Workoholliger nennt. Seine Konzerte in Salzburg und Udine waren interessant und vielseitig.
Fazit: ein gelungener Jänner und hoffentlich nicht das letzte Mal in der Mozartstadt Salzburg.