Tine Schuster (Assistant to the General Manager) schreibt: Für mich ist der „Tag der offenen Tür“ in der Philharmonie in Köln (schon wegen der Möglichkeit, das Orchester auch auf einer Tour zu unterstützen) etwas ganz Besonderes.
Ich werde für fünf Stunden den Informationsstand des MCO betreuen – genau wie schon im letzten Jahr: mit Informationen rund um das Orchester, einem Quiz und einer stündlichen Verlosung von 2 Konzertkarten für das Konzert mit Fazil Say am selben Abend. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet…
Um Punkt 11 Uhr öffnen sich die Türen, und es stürmen die interessierten Menschen der unterschiedlichsten Altersgruppen ins Foyer. Fröhlich plaudernd und sofort alle anwesenden Stände umlagernd. Wir werden sofort befragt: Was ist das für ein Quiz? Was kann man gewinnen? Oh - die Fragen sind aber schwer! Was hat das mit den Süßigkeiten auf sich? Wo und wann spielt denn Ihr Orchester hier heute (es gibt den ganzen Tag offenen Proben)? Und so weiter und so fort. So schnell kann ich gar nicht alle Fragen beantworten, die Informationsmaterialien verteilen, bei der Beantwortung der Quizfragen unterstützend zur Seite stehen, die Erwachsenen davon abhalten, gleich 4 MCO Bleistifte oder Schokoladenstückchen mitzunehmen, und die ausgefüllten Quizzettel kontrollieren.
Die Kinder sind besonders begeistert. Eine Frage spornt sie besonders an: Welche Länder zu den vier Flaggen gehören, die wir aufgezeichnet haben. Die Flaggen zeigen die Länder, die das MCO bei seinen vier letzten Konzertourneen bereist hat. Aus jedem Land haben wir für die Besucher der Kölner Philharmonie Süßigkeiten mitgebracht, die zum Mitnehmen ausliegen. Daran wird ihnen klar, dass wir wirklich ein Orchester sind, das immer auf Reisen ist. Diese Frage ist überhaupt der „Kommunikations-Renner“! Altersübergreifend werden die Konzertourneen diskutiert, da wird großes Erstaunen zum Ausdruck gebracht, welche Strecken das MCO bei einer Tour so zurücklegt.
Ich höre viele Geschichten: von begeisterten Konzertbesuchern, die schon in den 50er-Jahren in Bayreuth waren, die noch Sänger und Musiker gehört haben, die ich nur von der Schallplatte kenne; Geschichten über die MCO-Konzerte der letzten Spielzeit, und ich werde Teil der Vorfreude auf das Konzert am Abend.
Manche Besucher kennen mich noch vom letzten Jahr. So z.B. eine Dame, die letztes Mal mit ihrem Enkel da war, und die dieses Mal mit einer Freundin wiedergekommen ist. Als sie 2 Karten für das (bereits ausverkaufte) Konzert am Abend gewinnt, ist sie überglücklich. Ich werde, nicht zum letzten Mal an diesem Tag, für Konzertkarten umarmt und geküsst!
Am Ende des Tages habe ich viele Geschichten gehört, einigen Menschen eine unverhoffte Freude gemacht und konnte selbst das wundervolle Konzert des MCO besuchen.
Florinda Brands (Communications Intern) schreibt: Ich war im Rahmen meines Praktikums zum ersten Mal auf einer Tournee des MCO und schon gespannt, was mich erwartet. Für den Tag der offenen Tür war ich dazu eingeteilt, mit Tine Schuster den MCO-Infostand zu betreuen und das Team bei all den anderen Aktivitäten des MCO an diesem Tag in der Kölner Philharmonie zu unterstützen. Um 11:15 Uhr, kurz nachdem die Türen der Kölner Philharmonie geöffnet wurden, hatten die Besucher die Möglichkeit, eine Probe des MCO zu besuchen. So konnten sie das Orchester und den Dirigenten Constantinos Carydis einmal außerhalb des normalen Konzertbetriebes in Freizeitkleidung bei der Arbeit erleben.
Zwischen der offenen Probe und der darauffolgenden Kammermusik gab es viele Fragen zu beantworten… Gegen 13 Uhr wurden die Besucher erneut in den Saal gebeten, und Solisten des MCO spielten ein Kammermusikkonzert mit Richard Strauss Till Eulenspiegel (arrangiert für Quintett von Franz Hasenöhrl) und Franz Schuberts „Forellen“-Quintett mit Fazil Say am Klavier. Dabei war es unheimlich interessant, die nonverbale Kommunikation zwischen den Musikern zu beobachten und zu spüren. Die grünen Socken von Violinist Eoin Andersen, die bei seinem sonst eher dezenten Outfit deutlich hervorstachen, waren das Gesprächsthema vieler entzückter Zuschauer, die nachher zu uns an den MCO Stand kamen.
Ein weiterer Höhepunkt an dem Tag waren die Instrumentenvorführungen im Backstage-Bereich der Kölner Philharmonie. Die MCO-Musikerinnen Henja Semmler und Sonja Starke brachten dort Jung und Alt ihr Instrument, die Geige, näher. Der Andrang war wirklich groß, und ich war besonders überrascht, dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene das Geigenspiel einmal ausprobieren wollten. Ganze Familien drängten sich in dem kleinen Raum und gaben das Instrument von Einem zum Andern.
Das Konzert am Ende des Tages vor ausverkauftem Haus war auch ein voller Erfolg. Fazil Say spielte wie ein Teufel und brachte seine ganz eigene, in meinen Augen aufregende Interpretation des Klavierkonzerts. Sein eigenes Stück sowie Kouskos’ In Memoriam zeigten zudem die modernere Seite des Orchesters. Der unvergessliche Höhepunkt des Abends war für mich Beethovens 7. Sinfonie, bei der, was ein Blick ins Publikum verriet, nicht nur mir der Atem wegblieb.