Sir John Eliot Gardiner (Foto: Anima Mundi festival Pisa)
Erste Zusammenarbeit mit Sir John Eliot Gardiner, Monteverdi Choir und Gert Voss // 31.01.2012
Mit Sir John Eliot Gardiner und seinem sensationellen Monteverdi Choir unternimmt das MCO im Februar 2012 eine große Schumann-Tour. Hauptwerk ist Schumanns Schauspielmusik zu Lord Byrons Manfred in einer speziell für diese Tour konzipierten Texteinrichtung. Mit Gert Voss, Star des Burgtheaters in Wien, konnte einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler für das Projekt gewonnen werden.
Berlin, 31. Januar 2012 – Seit Jahren war es ein großer Wunsch des Mahler Chamber Orchestra, mit dem britischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner zusammenzuarbeiten. Dass das Programm dieses ersten gemeinsamen Projektes aus Chor- und Orchesterwerken von Schumann besteht, ist ein absoluter Glücksfall: Gardiner gehört zu den wichtigsten und verdientesten Schumann-Kennern und -Interpreten überhaupt. Durch seine CD-Einspielungen, die auf einer wissenschaftlich abgestützten, notengetreuen Herangehensweise an Schumanns Partituren basieren und Originalinstrumente verwenden, veränderte und prägte er unser Schumann-Bild grundlegend. Im Repertoire für Chor und Orchester setzte Gardiner die Maßstäbe gemeinsam mit seinem Monteverdi Choir, mit dem er seit nunmehr bald 50 Jahren arbeitet.
Hauptwerk des Abends ist Schumanns Schauspielmusik zu Lord Byrons Manfred. Als Sprecher konnte Gert Voss gewonnen werden, Star des Burgtheaters in Wien, der letztes Jahr seinen 70. Geburtstag feierte. Eigens für diese Tour hat MCO-Cellist Philipp von Steinaecker in seiner Funktion als Assistent von Sir John Eliot Gardiner und in Zusammenarbeit mit Gardiner und Gert und Ursula Voss die Textfassung gekürzt, da die originale Länge von nahezu zwei Stunden den Rahmen des Konzertes gesprengt hätte. Der Text ist nun so eingerichtet, dass in jeder Szene nur zwei Personen aufeinandertreffen, die Gert Voss jeweils beide spielt. Byrons Technik, Manfred in jeder Szene mit einer anderen Person zusammentreffen zu lassen und so seine Persönlichkeit aus vielen verschiedenen Winkeln zu beleuchten, wird dadurch unterstützt und gewinnt an Stringenz.
Bei der Aufgabe, den Text um mehr als die Hälfte zu kürzen, war es Philipp von Steinaecker ein zentrales Anliegen, den originalen Ablauf der Szenen beizubehalten, um die Dramaturgie der Musikstücke nicht zu verändern. Auch ist jedes Wort originaler Byron – es wurde nichts hinzu- oder umgedichtet. In den Melodramen sowie vor und nach den Musiknummern blieb der Text immer genau so, wie Schumann es vorschreibt, so dass die Musik stets auf die Worte reagiert, die Schumann bei der Komposition inspirierten. Sämtliche Texte werden in deutscher Sprache gesprochen und gesungen, mit Übertiteln in der jeweiligen Landessprache.
Weiter stehen die Sinfonie Nr. 4 sowie die selten zu hörenden Chorwerke Requiem für Mignon und Nachtlied auf dem Programm. Die Solopartien werden von den hervorragenden Sängern des Monteverdi Choir übernommen.
Die Probenphase und das erste Konzert der Tour finden im norditalienischen Ferrara statt (7. Februar), wo das MCO seit 1998 Residenzorchester ist. Die beiden Konzerte in Santa Cruz de Tenerife (10. Februar) und Las Palmas (11. Februar) bedeuten das Debüt des MCO auf den kanarischen Inseln und finden im Rahmen des Festival de Musica de Canarias statt. In Barcelona gastiert das MCO während zwei Tagen: Nach dem Konzert im Palau Música Catalana (13. Februar) nehmen die Mahler Chamber Soloists die Gelegenheit wahr, ein Clubkonzertfür ein junges Publikum zu spielen (14. Februar). Im Rahmen seiner Education-Aktivitäten führt das MCO in Barcelona zudem die Zusammenarbeit mit dem Jugendorchester Jove Orquestra Nacional de Catalunya (JONC) fort. Die Tour endet in Madrid (15. Februar), wo das MCO regelmäßig zu Gast ist.