Wann und wo war dein erstes Konzert mit dem MCO? Im August 2010, Athen. Es war ein wirklich tolles erstes Projekt, in einer so interessanten Stadt, die außerdem keine übliche Station einer Konzert-Tournee ist. Da es August war, war es extrem heiß, aber in bleibender Erinnerung ist mir geblieben, dass ich eine großartige Zeit beim musizieren hatte, viele wunderbare Menschen getroffen und bei mir gedacht habe, wie gerne ich noch viele weitere Projekte mit diesem Orchester machen würde!
Was ist das Beste daran, im MCO zu spielen? Es ist schwierig, nur einen Grund zu nennen, deswegen gebe ich euch drei! Erstens ist es das musizieren selbst. Wenn ein Orchester, das sich aus so phantastischen Musikern zusammensetzt, bei jedem Auftritt 100% gibt, ist das Ergebnis immer elektrisierend und es ist eine Freude, Bestandteil dessen zu sein. Ich genieße den Aspekt des Tourens- ich habe es immer geliebt, zu reisen, und es ist sicherlich ein Highlight, als Bestandteil meines Jobs so viele interessante und aufregende Städte auf der ganzen Welt kennenzulernen. Zuletzt, und vielleicht am interessantesten: Nach jedem Konzert gratulieren die Musiker einander. „Bravo, bravo“ hört man dann in der gesamten Garderobe. Es ist dabei gleichgültig, ob Konzertmeister, zweite Flöte oder letztes Pult Celli, jeder ist wichtig und verdient nach einem guten Konzert Glückwünsche dazu. Das ist etwas, was ich in keinem anderen Orchester erlebt habe und was das MCO sehr besonders macht!
Was brauchst du, um dich auf Tournee zu Hause zu fühlen? Das klingt jetzt vielleicht komisch (für einen Mann), aber ich brauche meine Hygieneartikel! Selbst auf kurzen Touren habe ich immer mein eigenes Duschgel, Shampoo und Waschgel dabei. Es gibt nichts was mich weiter von zu Hause entfernt fühlen lässt, als Reste aus diesen bescheuerten Hotel-Fläschchen zu quetschen oder die Seife aus ihrer Verpackung zu fummeln. Ich nehme außerdem immer meinen Laptop vollgepackt mit vielen TV-Serien mit. Vor allem gut für lange Reisen. Was ist der schwierigste Aspekt deines Jobs? Ich denke, es ist die Anforderung, bei jedem einzelnen Konzert gut zu spielen und seine musikalischen Fähigkeiten voll und ganz einzubringen. Manchmal ist einem einfach nicht danach aufzutreten, wenn man beispielsweise übermüdet ist oder sich, aus welchen Gründen auch immer, einfach „daneben“ fühlt. Das dann zu überwinden und einen guten Auftritt abzuliefern ist oft eine große Herausforderung.
Kannst du etwas zu deinem Instrument erzählen? Mein Instrument ist eine Nicolo Gagliano aus dem Jahr 1751 – eine wunderschöne, alte, italienische Violine von einem der großen Geigenbauer. Leider bedeutet der Wert eines Instruments in Bezug auf das Gehalt eines Musikers möglichweise, dass ich sie nicht für sehr lange haben werde, aber ich genieße es, solange es andauert!
BIOGRAPHIE Michael, der zurzeit zwischen Europa und Australien pendelt, spielt neben seinen zahlreichen Auftritten mit verschiedenen Ensembles und Orchestern auch regelmäßig im Rahmen von Kammermusik-Engagements.
Neben seiner Arbeit mit dem Mahler Chamber Orchestra spielte Michael als Gast-Konzertmeister mit dem Adelaide Symphony Orchestra und dem Melbourne Chamber Orchestra sowie als stellvertretender Gast-Konzertmeister mit dem Orchestra Victoria. Er tritt außerdem regelmäßig mit dem Australian Chamber Orchestra und dem Melbourne Symphony Orchestra auf.
Ab 2005 übernahm Michael für zwei Jahre die Leitung und künstlerische Planung der Australian Classical Players, die in dieser Zeit von der Kritik gefeiert wurden. Er ist nun festes Mitglied des Melbourne Chamber Orchestra und wird dort regelmäßig eingeladen als Konzertmeister zu spielen und das Ensemble vom Pult aus zu leiten.
Michael ist Mitglied des Hamer Quartett (Gewinner des Asia Pacific Chamber Music Wettbewerbs 2009, auf der Liste der „100 einflussreichsten Menschen in Australien“ der The Age Zeitung) und war erst kürzlich als Gast-Violinist mit dem Melbourner Firebird Trio zu erleben.
Dirigieren ist eine weitere Leidenschaft von Michael und er dirigierte in verschiedenen Kursen mit den Dirigenten Christopher Seaman, Sebastian Lang-Lessing und John Hopkins das Adelaide und Tasmanian Symphony Orchestra.
Michael schloss seine musikalische Ausbildung an der University of Melbourne bei William Hennessy und an der Australian National Academy of Music bei Alice Waten ab.
Neben der Musik genießt Michael das Reisen, gutes Essen, guten Wein und spielt gerne Poker!