Wann und wo war dein erstes Konzert mit dem MCO? Don Giovanni in Lyon 1998: es war traumhaft!
Was ist das Beste daran, Musiker zu sein? Das uns die Möglichkeit gegeben wird, durch den Geist großer (oder weniger großer) Komponisten immer und beständig nach Schönheit, nach dem Wesentlichen, nach Tiefe zu suchen; und in direktem Kontakt mit der eigenen und der Seele der Zuhörer zu sein.
Der inspirierendste Komponist: Beethoven: seine Quartette, seine Klaviersonaten, seine Sinfonien. Das ganze Leben spiegelt sich in seiner Musik und ich kann sie immer hören, unter jeden Umständen und in jeder Stimmung.
Das erste Musikstück, in das du dich verliebt hast: Die rumänische Musik des Violinisten und Komponisten Grigoras Dinicu: Als Kind hörte ich immer und immer wieder die alte Aufnahme, die mein Vater auf einem Flohmarkt gefunden hat. Dinicu war es auch, der mich dazu inspiriert hat, die Violine zu spielen.
Was ist dein erinnerungswürdigster Moment mit dem Orchester? Es gibt so viele unvergessliche Momente, unvergessliche Konzerte, unvergessliche Tourneen und unvergessliche Partys. Wir haben mit großartigen Dirigenten und Solisten gespielt. Aber woran ich mich hier gerne erinnern möchte ist das eine Mal, als es mit einem Dirigenten nicht so gut lief und das Orchester ganz kurz vor dem Konzert beschloss, einfach zu spielen und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, komme was da wolle. Ich war so beeindruckt von der Stärke und Einstellung des Orchesters, ein Orchester, das sich aus intelligenten und sensiblen Musikern zusammensetzt, die immer aufeinander hören (und das nicht nur auf der Bühne…). Und in diesem unvergesslichen Konzert übernahm das Orchester die Verantwortung dafür, in erster Linie die Musik zu respektieren. Ich bin dankbar dafür, Teil eines solchen Ensembles zu sein.
BIOGRAPHIE Naomi Peters studierte bei Lex Korff de Gidts in Utrecht, wo sie ihr Bachelor-Studium mit der höchsten Auszeichnung abschloss. Daraufhin setzte sie ihr Studium bei Istvan Parkanyi in Amsterdam fort. Weitere wichtige und inspirierende Lehrer waren für sie Charles-Andre Linale und Herman Krebbers; zudem erhielt sie Kammermusikunterricht bei Milan Skampa, György Ligeti und dem Altenberg Trio Wien.
Seit 2008 ist Naomi Peters Stimmführerin der Zweiten Geigen der Holland Symfonia, eine Position, die sie die Hälfte ihrer Zeit in Amsterdam verbringen lässt. Den Rest des Jahres geht sie mit dem Mahler Chamber Orchestra, in welchem sie seit 2001 Mitglied ist, auf weltweite Konzertreisen.
Neben der Tätigkeit in diesen Orchestern widmet sie sich leidenschaftlich der Kammermusik. Mit dem Delos Ensemble, Sieger des Wettbewerbs Vriendenkrans van het Concertgebouw Amsterdam, spielt sie regelmäßig Konzerte in den Niederlanden, Tourneen führten das Ensemble in den Nahen Osten sowie nach Bosnien-Herzegowina.
Naomi Peters ist seit 2004 1.Violinistin des Jenufa Quartet, das sowohl Werke des klassischen und romantischen Repertoires als auch zeitgenössische Musik in direkter Zusammenarbeit mit niederländischen Komponisten aufführt.