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Michael Haefliger, Intendant des LUCERNE FESTIVAL

Michael Haefliger

Ein idealer Partner //

Michael Haefliger amtiert seit 1999 als Intendant des LUCERNE FESTIVAL (LF). Gemeinsam mit Claudio Abbado gründete er 2003 das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA (LFO), ein einzigartiger Klangkörper, in dem sich jeden Sommer international renommierte Solisten, Kammermusiker, Musikprofessoren und das MCO als das Herzstück zusammenfinden. ON TOUR sprach mit ihm über Programmatik und Ideen zum LUCERNE FESTIVAL 2009.

Das MCO nimmt seit Sommer 2003 am LUCERNE FESTIVAL (LF) teil, als Kern des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA (LFO) und in der Stammbesetzung. Wo sehen Sie die Besonderheiten des MCO?
Michael Haefliger:
Das MCO ist ein außerordentliches und hochkarätiges Ensemble, welches sich durch hohe künstlerische Qualität wie auch durch sein Bekenntnis zu einer projektorientierten und möglichst flexiblen Organisation auszeichnet. Diese Struktur ermöglicht es dem Orchester sich immer wieder neuesten künstlerischen Herausforderungen und Projekten stellen zu können, ohne dabei einen allzu großen organisatorischen Aufwand betreiben zu müssen.

Inwiefern ist die besondere Struktur des MCO für Sie als Intendanten und Gesamtleiter des Festivals von Bedeutung?
Michael Haefliger:
Dank seines großen Repertoires und durch seine Bereitschaft auch immer wieder neue und neueste Wege zu erkunden ist das MCO ein idealer Partner für jeden Veranstalter.

Das LF steht jeden Sommer unter einem anderen Motto, in 2009 ist dies »Natur«. Inwiefern sehen Sie es bei den LFO- und MCO-Programmen umgesetzt?
Michael Haefliger:
Wenn wir den Blick auf unser diesjähriges Festival-Motto »Natur« werfen, so ist gerade bei den Programmen des LFO und MCO das Thema mit den Sinfonien 1 und 4 von Gustav Mahler, Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri und der konzertanten Aufführung von Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz geradezu exemplarisch umgesetzt.

Mit Jörg Widmanns Oboenkonzert steht die dritte Uraufführung durch das MCO nach Kelterborns Herbstmusik 2003 und Pintschers Transir 2006 auf dem Programm. Wie kam es dazu, was ist die Geschichte dahinter?
Michael Haefliger:
Es war der große Wunsch Jörg Widmanns anlässlich seiner Residenz in Luzern für sein großes Vorbild und seinen Mentor Heinz Holliger dieses neue Werk komponieren zu können.

Im Herbst 2009 gehen LFO und MCO auf gemeinsame Gastspielreise nach Peking, wo der chinesische Dirigent und Komponist Tan Dun das MCO zum ersten Mal dirigieren wird. Wo sehen Sie die künstlerischen Anknüpfungspunkte zwischen Dirigent, Orchester und Konzertprogramm?
Michael Haefliger:
Auf dieses Programm darf man sich im Rahmen der Residenz des LFO in Peking im September 2009 ganz besonders freuen. Tan Dun gehört zu den großen Komponisten unserer Zeit und das Programm mit seinen Kompositionen verbindet die Residenz in Peking in besonderer Art und Weise mit der musikalischen Gegenwart Chinas.

Im Sommer 2009 wird im Rahmen des LF eine ganze Oper aufgeführt: Thomas Hengelbrock dirigiert das MCO bei einer konzertanten Aufführung von Der Freischütz. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft, wenn die Salle Modulable fertig gestellt ist?
Michael Haefliger:
Sicherlich ist dieses Projekt ein kleiner Vorgeschmack auf die musiktheatralische Zukunft mit der Salle Modulable. Wir pflegen in Luzern allerdings bereits seit mehreren Jahren eine kleine aber sehr bewusste Tradition, Opern konzertant wie auch halbszenisch umzusetzen. Für unser Publikum immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Quelle: ON TOUR 2009/10

Das MCO beim LUCERNE FESTIVAL