Für Matthias Pintscher sind seine beiden Betätigungsfelder - Komponieren und Dirigieren - absolut komplementär. „Mein Denken als Dirigent wird durch den Prozess meines eigenen Komponierens beeinflusst und natürlich vice versa“. Mit Mitte Dreißig ist er einer der gefragtesten deutschen Komponisten seiner Generation. Verschiedene Künstler setzen sich für seine Musik ein, unter anderem Claudio Abbado, Pierre Boulez, Christoph von Dohnany, Kent Nagano, Vladimir Jurowski, Daniel Harding, Christoph Eschenbach, Franz Welser-Möst sowie Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker.
Aufs Komponieren verwendet er genauso viel Zeit wie aufs Dirigieren. Seit 2007 besetzt er eine Professur im Fach Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München. Seit 2007 ist er außerdem Künstlerischer Leiter des „Heidelberger Ateliers“ beim Musikfestival Heidelberger Frühling.
Sein Studium (unter anderem bei Peter Eötvös) wie auch seine Karriere begann er als Dirigent, die Komposition rückte später in den Vordergrund seines Lebens. Bekannt für seine Interpretationen zeitgenössischer Musik erkundet er gleichermaßen das Repertoire des späten 19. und des 20. Jahrhunderts mit einer großen Bandbreite an Partituren, die in der Musikgeschichte für ihre Epoche eine bedeutende Rolle spielen. Er hat eine besondere Vorliebe für die Musik von Bruckner, Berlioz, Ravel, Debussy und der Zweiten Wiener Schule.
Als Dirigent ist Matthias Pintscher unter anderem aufgetreten mit dem Cleveland Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem DSO Berlin, dem RSO Berlin, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, dem SWR Sinfonieorchester Stuttgart, dem RSO Saarbrücken, dem Museumsorchester Frankfurt, dem RSO Wien, dem Lucerne Symphony Orchestra, dem Orchestre National de Strasbourg, dem Orchestre National de Belgique und dem Orchestre Philharmonique de France.
Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem ensemble contrechamps, dem ensemble intercontemporain, mit Avanti (Helsinki), remix (Porto) und dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker. Engagements in der Spielzeit 2008/ 09 beinhalteten Auftritte mit dem RAI Orchester (Turin), dem RSO Stuttgart, dem Münchner Kammerorchester, der Academy Carnegie-Juilliard-Weill, dem Melbourne Symphony Orchestra und den Berliner Philharmoniker im Rahmen eines Festkonzerts zum 75. Geburtstag Claudio Abbados.
Matthias Pintschers Kompositionen sind bekannt für ihre filigranen Klangwelten, die Komplexität ihres Aufbaus und die Präzision im Ausdruck. Zu seinen meistbeachteten Erfolgen zählen seine erste Oper, Thomas Chatterton, ein Auftragswerk der Semperoper Dresden, ebenso wie Fünf Orchesterstücke, sein erstes Violinkonzert, „en sourdine“ für Frank Peter Zimmermann, das seit seiner Uraufführung 2003 mehr als 40 Aufführungen erlebt hat, seine zweite, 2004 an der Opéra Bastille uraufgeführte Oper l’espace dernier und das Cellokonzert für Truls Mørk Reflections on Narcissus, das seine Premiere 2006 durch das Orchestre de Paris unter Christoph Eschenbach erlebte. Im selben Jahr war auch die Uraufführung eines Stückes für Emmanuel Pahud (Flöte) mit dem Mahler Chamber Orchestra, aufgeführt beim Lucerne Festival, wo Pintscher 2006 „Artist in residence“ war.
Seine Musik wird häufig von Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg, der Philharmonia London, dem London Symphony Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris und dem Orchestre Philharmonique de France aufgeführt.
Zukünftige Aufträge beinhalten ein Stück für Pierre Boulez, in Zusammenarbeit mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, des London Symphony Orchestra und der Carnegie Hall, ein neues Stück für die Eröffnung des neuen Konzerthauses in Hamburg sowie ein neues Violinkonzert für Julia Fischer.
Matthias Pintscher ist in New York, Frankfurt und Paris zuhause. Er hat ebenfalls eine besondere Vorliebe für flämische Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, zeitgenössische Literatur und die Architektur unserer Zeit. Alle diese Interessen beeinflussen auf subtile Art und Weise das ‚imaginäre Theater’ seiner einzigartigen Klangwelten.
Matthias Pintschers Werke werden im Bärenreiter-Verlag veröffentlicht. Seine Aufnahmen entstehen für Kairos, EMI, Teldec, aeon, winter & winter und ECM.